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endlose stationen. ich will die hirnfluessigkeit in meinem schaedel gegen klares quellwasser tauschen, spuere bereits die kuehle meine nerven bedecken. erzwungene gelassenheit durch private musik. mp3ballons. akustische gitarren erreichen das hohle schlagzeug, treiben auf falsche hoehepunkte zu, bis der hoerer annimmt, dass alles gut enden kann. ein mensch muss an alles glauben. soll er? die dauerdichte bestimmt die wichtigkeit. brav nehme ich taeglich alle per spam verschriebenen medikamente ein. einschlaf- und auswachkapseln. habe hohe regale fuer die pillenverpackungen gebaut. ich bin froh, dass sich der staat um unsere gesundheit kuemmert. der staat ist ein guetig seniler grossvater mit videokamera. traenen schiessen mir in die augen, als ich daran denke. das hermetische schlaefenklopfen geniesse ich jetzt, straeube mich nicht mehr dagegen. selbst das aggressive gelb der waende ist bedeutungslos. transport. ungeduldige koerper darin, die keine pose mehr finden. alle pressen sich fort, um harmlos allein zu sein. die wenigsten bedeuten sich etwas dabei. ich mache hier keinen unterschied und erschaffe keinen sinn. fuer meine bewertung bitte ich die anwesenden im geist um verzeihung. keine sorge, wir sterben gewiss gemeinsam.
eine nach pisse stinkende frau steigt ein. es gibt fuer alles eine loesung. ich habe eine hand, also habe ich auch eine faust. was stelle ich damit an? gibt es zarte kieferbrueche? die schlimmen dinge passieren tagsueber im hellen. phantasie bezirkt. bahnfahren schadet. eine notwendigkeit, die leichtsinnig und nervoes macht. zwingt im abstrakten dazwischen zu leben. eine verzweifelte beschwerde, stelle ich fest. wozwischen? vergiftet von der ideenwelt einer koerper-verbesserungsreklame. ich will keine jingles erinnern. ich habe ploetzlich angst dem alltag zu erliegen. den humor zu verlieren, wie einen beruf. abertausende fernsehradiosenderwellen blaettern sich durch mich hindurch. niemand hat mehr angst vor geistiger armut. alle dicken haben ein druesenproblem, sagen die dicken.
die naechsten generationen werden sich fragen,wieso wir nichts unternahmen, an nichts mehr glaubten, uns duch unterwerfung klein machten. angeblich ahnungslos. unsere verteidigung wird schlicht und glaubwuerdig sein: es lenkte uns so vieles ab. als schutz lernten wir nicht mehr staendig zu reuen, sondern endlich zu recyclen. manager lebten zen. wir hassten sie grundlos, verabscheuten unsere faulheiten beim betrachten der fiktiven figuren, die uns stellvertretend ausfuellten. kreislaeufe erlaubten effizienz. sie sagten, dass wir auf uns achten sollen. wir nickten und erlebten unser sinken als sinnvolles verhaerten. wir sollten zuschauen und rechnen lernen. selbst moralschweine fuehlten in ihrem inneren die geburt der entscheidungen. die ausreden lagen deshalb in katalogen parat. nicht die industrie, sondern unsere eigenen erklaerungen waren schuld. die suche nach suendenboecken. gewalt ist meist kostenguenstig.
innere missverstaendnisse wurden als erfahrung verkauft. libidoverluste beim geniessen. wiederholung wurde gespeichert und charakterbildung genannt. alzheimerkriege gegen idiosynkrasie, in die visiere sich selbst aufhebende gedankenmodelle als folie eingehaengt. die medien spielten dabei eine nebenrolle. dementi trotz erstklassiger aufstellung. trendgeschwaecht haben wir gemeinsam alles beschriftet. wir haben die veluste alle gespuert. feigheit ist ein seltenes wort, obwohl sie allgegenwaertig ist. niemand hat etwas gesagt in dieser schweigespirale. wie eine magersuechtige hat die gegenwart sich zu hassen gelernt. das sagen die aelteren und wissen danach auch nicht weiter. schwache flammen sind immer blau. die derzeitige evolutionssprosse ist wie halblanges haar, schmerzhaft mittelmaessig. die gefuehle sind verlangsamt, bis sie gaenzlich abgestriffen werden. wir sind geworden? aktives und passives verhalten laesst sich nur noch muehsam unterscheiden. es muss eine unheimliche magie sein, die uns antreibt und immerfort beschleunigt. ich hoffe, dass wir uns bessern, sagt ein mann jetzt unbeherrscht ins plastiktelefon hinein und ist zum ersten mal aufrichtig. verbluefft, dass sich dieser seltene moment in einer derart banalen umgebung abspielt, schaut er auf, um zeugen dafuer zu finden.
nachts wird panisch manches buch durchsucht, solides fernsehen, staendig aufgearbeitete informationen aufgesogen. den leitmedien zugestimmt. alternativloses mitschwimmen. wir meisseln die hoehle, entfachen das feuer und setzen uns eigenhaendig mit dem ruecken zum ausgang. jede kultur hat ihre werte. tief luft holen. frauen schlagen. scheitern am zuviel oder oberflaechenwissen. der mensch gehoert als urschleim zurueck ins meer. immerwaehrende nischenidiotie, wir haben auf der flucht insgesamt zuviel und toericht laut gesprochen. den geheimnissen die schenkel auseinander gedrueckt. zuviel gesehen. das unertraegliche wurde in dreissig sekunden hineingerettet. fremdes hat uns manchmal geruehrt. gluecklicherweise hat es bis zum vergessen gereicht. sollte nicht jeder tag zumindest eine herausforderung anreizen? in vielen koepfen werden schweigend bomben in arbeitsstaetten gelegt und kehlen von familienmitgliedern durchschnitten. wir wollten befreiend schreien, aber es gibt keinen platz dafuer in dieser stadt. es gibt hier noch nicht einmal sitzbaenke.
vielleicht lagen wir morgens in den kunststofflaken, sahen bloss dem duennen licht zu, das durch feinstaubverschmutzte fenster fiel. wir hatten alles freiwillig vergessen. draussen schlugen die glocken einer entleerten kirche. jede vergangenheit verschwand. alle menschen. wir selbst. die zerrende planung erstickte. ich verstand meine endlichkeit und fror nicht einmal. die aufregung ueber diese welt ohne uns machte sprachlos. die haende hoben sich von selbst und wollten schlafabgestandene luft greifen. unmoegliches wagen. egal, wenn darueber gelacht wird. es ist besser sich am eigenen leben satt zu fressen, als fremdes zu beneiden. unbeschadet kommt keiner davon. danach herzklopfen gegen die rippen, bis zum erbluehenden zusammenreissen, das nur aufhob, um uns laechelnd wegzuwerfen. eine unbekannte strafe. das zoegerliche auftauchen war beweis, dass wir nicht wussten welche welt wir verliessen und welche wir erschaffen hatten.
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als wir den waldweg verlassen schaltet er das mitgebrachte radio aus. tragbares privates, sagt der dealer, das ist die grosse gegenwart! erst jetzt sehe ich, dass er mit einem gps-geraet navigiert. jeder ist heute steuermann. ich verurteile ihn nicht. ich war auch nie bei den pfadfindern. vergeblich versuche ich mich an die moosregel zu erinnern, mit der man die himmelsrichtung feststellen kann. faustregel, daumenregel. durchschnitt. bolz schleudert den ast ins dickicht hinein. mir ist schlecht. ich frage mich, ob wir den wagen vorhin wirklich abgeschlossen haben, aergere mich ueber die zurueckgelassene wasserflasche.
natuerliche knallteufel. unsere schuhe treten auf hartgefrorene erdstuecke, die sich knackend oeffnen und weiches inneres entlassen. anscheinend hat alles eine oberflaeche. der dealer erzaehlt jetzt etwas ueber die letzte documenta. von der renaissance gottes und falscher befangenheit vor sich selbst. er ist toleranzmuede, wie so viele unserer generation. wenn es nach ihm ginge, wuerde er sich am haertesten bestrafen. ohne zu wissen, was er bereits geschluckt hat, fuehle ich trotzdem ekel vor seiner falschen euphorie in mir aufsteigen. ich kann nur noch an die packung denken und krieche deshalb in mich zurueck, ziehe dabei die tuer lautlos zu. immerhin hat belz aufgehoert sich staendig das gesicht zu reiben. seine telefone klingeln im minutentakt. er drueckt die kunden immer wieder weg. ich muss an schlaeger denken, die opfer von sich schubsen und dabei komm her! schreien.
waldgeraeusche durch temperaturwechsel. the sound of nature, wie belz sagt. wir graben abwechselnd mit blossen haenden und teilen uns die letzte zigarette dabei. der dealer hat vergessen, wie tief der stoff liegt. als mensch ist er sich seiner staendig bewusst. seine koerperhaltung wirkt immer gestellt. belz raucht die kippe nass, rueckt sich die brille auf die nase zurueck. eine unangenehme hektik liegt in der szene. unter meinen fingernaegeln wird es kalt. ausser einem tristen ohrwurm ist mein kopf leer.
nachdem wir uns ein briefchen geteilt haben, schweigen wir erwartungsgemaess. belz wirft portionen in seinen rucksack. er merkt nicht, dass er duemmlich summt. wir verwischen das loch und gehen weiter. auf einer lichtung finden wir abgeschnittene baumstaemme, die mit neonmarkierungen uebersaeht sind. holzfaellergeheimnisse. fuer alles gibt es eine subkultur. ich habe lust zu lachen, schaffe es aber nicht richtig. wir setzen uns, finden jedoch nichts zum zuruecksinken. die staemme sind zu glitschig und zu rund. ich hasse es high zu sein. die gefuehle und ideen stroemen in mich zurueck. einerseits und andererseits. dampf steigt vom waldboden. ein passendes bild fuer meine lebensvermutungen. in entfernung hoere ich eine unsichtbare autobahn. belz richtet beim gehen die schultern auf. ein arm haengt schlaff an ihm herab.
der dealer zeigt mir seine verklemmte faust. die finger haben sich tief ins fleisch der handflaeche gebohrt. belz lacht und sagt, dass er epileptiker ist. einbeinig balanciert er jetzt im gruen und fischt aus seiner jacke etwas pulver heraus, um es auf die wunde zu streuen. wunde, fragt er, oder wunder ? ich schwitze. belz beginnt mich zu stoeren, gleichzeitig habe ich mitleid mit ihm. ich sollte mir diesen trost eigentlich fuer mich selbst aufsparen, denke ich. das gehen tut wieder gut, obwohl es mich vor augenblicken langweilte. der dealer ist aus meiner sicht verschwunden.
als ich ihn wiederfinde, steht er am rand einer illegalen muellkippe. dutzende plastiktueten liegen zwischen halbgeoffneten kuehlschraenken, zerissenen einkaufswagen und buntem glas. es raschelt vor ratten. die sonne ueber uns ist ruhig geworden. belz steht ebenfalls atypisch still vor einigen kleidungsstuecken, die im dreck liegen. es macht mich nervoes soetwas zu finden, sagt er, ohne sich umzudrehen. gut. ich koennte sein gesicht jetzt sowieso nicht ertragen. irgendwie bin ich erleichtert. wenigstens bringt ihn seine angst noch zum schweigen. aufgeweichte werbeprospekte bedecken den boden. ich frage belz, ob er manchmal eine der lachenden personen darin sein moechte. nein.
lass uns gehen, bevor wir hier noch einen toten finden, sagt belz. schaum klebt in seinen mundwinkeln. sein drogenrucksack wirkt jetzt wie ein schultornister. ich sehe belz mutter foermlich im kuechenfenster stehen und ihm hinterherschauen. manchmal vergisst sie seine brote einzupacken und laeuft dann auf die strasse hinaus. es ist belz damals peinlich. heute denkt er nicht daran.
meine beine sind im stehen eingeschlafen. der dealer setzt sich stumm auf seine eigenen hacken. er hat stressschatten im gesicht, bereitet deshalb eine frische portion vor. eine sehnsucht nach bedingungsloser wirklichkeit beginnt in mir zu wachsen. ich sehe mich bereits klar und deutlich bei zukuenftigen richtigen handlungen, waehrend ich es gleichzeitig verstehe fehlern geschickt aus dem weg zu gehen. es ist doch alles recht einfach. in vorbereitung auf den lichtdurchlaessigen neubeginn schaue ich auf mein telefon, um erst einmal den wochentag zu erinnern. ein duesenjaeger zerkratzt ueber uns den himmel. der dealer reisst sofort den kopf nach oben und will beinah einsteigen. ich habe das starke gefuehl bereits an diesem ort gewesen zu sein. als ich belz gaehnend beruhigen will, erkenne ich hinter ihm, unter blauen muellsaecken, einen fahlen duennen koerper. gleich sage ich es belz und werde mit dem finger darauf zeigen.
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zwischen den baeumen. viele spaziergaenger. herbst. jeder kann sich das vorstellen. die sonne scheint unpassend, als gaebe es nichts zu verlieren. spott faellt mit den blaettern. du traegst einen schoenen weissen schal. ich habe mich immer gefragt, ob der nicht kratzt. ich trinke einen kaffe aus einem pappbecher. die verkaeuferin laechelte mir zu. schoen. du kommst mit traenen in den augen an. bewegung ist besser als stillstand, denkt der idiot. irgendwo bellen hunde und schrecken voegel auf. wir hoeren und sehen es nicht. du rauchst. ausnahmsweise. natuerlich. ich hoere mich etwas sagen. wir sind aus unterschiedlichen gruenden aufgeregt. ein knopf an deinem mantel ist beinah abgerissen. du hast kleine rote flecke im gesicht. wir reden viel. doch eigentlich kaum. ich merke nicht, das ich in deine falle laufe. auf der bank schliesse ich spaeter die augen. die sonne waermt. ich sehe die augenwischerei deshalb nicht. stattdessen lasse ich deine anwesenheit in mich hineinsinken. rehe laufen ueber die wiese. du greifst mit einer hand in das gehege der tiere. ich sage etwas komisches, versuche den stress abzustreifen. du lachst aber nicht wirklich, das faellt mir tage spaeter auf. familien um uns herum, wie zum hohn. in deinen augen sehe ich einen blick, den ich eigentlich verstehe, aber uebergehen muss damit ich ganz bleibe. manchmal musste ich vor aufregung stottern, erinnerst du dich? vielleicht habe ich mir das auch nur ausgedacht. du bist wie eine sanduhr. es ist alles viel einfacher und leichter zwischen uns. das faellt dir nicht auf. man verhaelt sich oft aus dem kern heraus. begreift sich erst, wenn szenen schon abgespielt und worte gesagt sind. eine willkuer liegt darin. sie hat nichts mit der welt zu tun, da man selbst die welt ist. das selbstverstaendnis ist der motor, deckungsgleich mit sich selbst. im prinzip richtig. wir menschen haben uns viel ausgedacht. irritierend,dass es zuviel von allem gibt. abseits der analyse: fuck you.
[pn]

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