gefaehrder



selbst die bodenflaeche stiess ihn jetzt ab. mirek ging das gekuehlte treppenhaus hinauf, waehrend eine lautsprecherstimme verhaltenshinweise in den raum blies. die taschen niemals stehenzulassen, sondern immer nur in den eigenen haenden zu halten, war ihr befehl. nichterbrachte zugehoerigkeiten wuerden sofort geahndet werden. die stimme war seicht und betoerend, gehoerte also zweifelsfrei einer fetten und haesslichen frau. mirek war sich sicher. mit der unbandagierten hand zog er den schulterriemen des rucksacks fester, um stufe um stufe einzeln zu steigen. neonlichtroehren an graubetonierten waenden, zwischendurch zahlenschilder, die hinter den schallisolierten tueren die geraeusche des kaufhauses verschluckten. bullaugen aus panzerglas. statt anspannung nur langeweile im herzen. mirek schuettelte den edding um gehend eine linie achtlos gerade auf die feingekoernte wand zu zeichnen. wir wollen alle etwas hinterlassen, dachte er. andere kehlen durchschneiden. wieviel hast du noch von uns, wenn du kommst, jesus?

unsicher, wieso er an diese esoterische figur dachte, drueckte er unbequem zielstrebig die tueren zur hoechsten ebene auf. not macht erfinderisch. sofort gab ihm die pneumatik ihre kraft hinzu. einige anzeigen zeigten in nebenraeumen ein gruenes licht. gummidichtungen rieben an den raendern dafuer ab. ein tuerpfleger kommt bestimmt. es gibt heute fuer alles eine typenbezeichnung.

der laerm im transitgang war jetzt so stark, dass mirek ihn ins unterbewusstsein schieben musste. dumpfes fade in. quietschende sohlen auf marmorimitat. hunderte von gespraechen gleichzeitig zerstueckelt. der anstrengende ton des bienenstocks. ekelerregend. viele menschenstimmen klingen selten harmonisch, sind immer ein ungelenker kompromiss. doch ein zuviel ist immer gut. emotionalisierter dreck selbst beim starren auf die computerladebalken. screen shit. mirek floss jetzt gluecklich in der menschenmenge mit. wie ein morsches treibholz auf der wasserflaeche. die atmosphaere machte ihn vollends besoffen. innerlich schmatzte er vor begeisterung. nicht das schoene bunte. das sichere war bewunderswert. mirek verstellte seinen gang. jetzt war er endlich noch gleicher. die freude krampfte ihm dafuer die linke hand fest zu. in der von architekten offenflaechig gestalteten passage stand eine soldatenschulter an jeder ecke. dazu soldatenschelte in den umherrirrenden biologischen augen. alles war bloß gut gemeint. an ihren seiten schwebten dauerfilmende videodrohnen. die gibt es noch nicht. bewegungsscanner schon. trotzdem besser zu boden schauen. wem dies zu schnell ist, sollte sich stets lieber selbst, statt anderen etwas beweisen. so dachte mirek und sah sich in den glatten flaechen tausendfach gespiegelt. viel gute sauberkeit, lachte er auf. darauf koennen wir zu recht stolz sein. [pn]