Texte - März 2006
da gleitet die eine person hinweg, die hart und still ist und unnachgiebig, und eine andere person taucht auf, steht dann unter der dachschraege, beim schallwellenphoto, dort an der decke , wo alle mithoeren. kollaborateure, die auch mal in der zelle sitzen fuer fuenf minuten, bis die beine schlafen. [pn]
propeller rotieren ueber den koepfen, graue kuben, leicht geneigte rollbahnen, ebenenspiel, angenehme ruhe in der blaesse, wenig geschrei, keine spione, alle beobachten vorsichtig. wenige mauern, keine tuerme von denen geschossen wird. die kaelte hinterlaesst einen klaren kopf, zwingt zur bewegung, ermoeglicht sie, laesst einsamkeit euphorisch erscheinen, die nutzbar und lohnend ist. der rueckzug wird eine variable, die nichts ausschliesst. keine tosenden kaempfe, vielleicht stille. wortkarge freundlichkeit, die mancher mit einer luege verwechselt, weil er sentimental denkt. viel bedeutet bei ihm gewinnbringend. eine masslosigkeit, die grausam endet. [pn]
soviele maedchen, die in schwarz gekleidet sind, ohne die farbe zu fuehlen. im nachhinein, das ist der punkt, der hervorzuheben ist. an der theke die staerke suchen mit heruntergekippten bieren, hastig, weil alle gegangen sind,sie besetzen die plaetze, werden immer juenger, immer unbekannter. [pn]
die flecken, am aehrenstand sehen die dorfbewohner, dass sich die haende des bauern ineinanderkrallen. mit strom weiss er nur in zweiter ordnung umzugehen. auf dem steinfeld vor dem haus, ein lachen oder doch ein stottern, weil wartende haende an der huefte, steht eine frau am ende. hinter den fenster, die vorhaenge sind schwer geworden. vom tisch nur das plastik abgezogen. im glas sieht man fliegen. zwei, die nicht oft schlafen. die anderen haende sind im mehl, die schublade klemmt, regen wischt die spuren fort, die maschinen sind laut. es gibt keine tiere. in den schuppen liegt das heu, baeume vor jeder backsteinwand, rasen im innenhof. am brunnen eine pfuetze, die eimer, glatter stahl mit henkel und holzgriff. vielleicht emaille. brot und schuhe vor der tuer, boden mit staub in den ecken und schwarzem ofen, die flammen liegen unter ringen. es wird gegessen nach der arbeit und im stimmengewirr, nur zwei personen. zu hause und zu fuss. der wald um das feld, die strasse zur stadt. nur matte grenzen. vor dem ortsschild langsam, ein wagen faehrt davon, koepfe die bier trinken, sauberer kragen wochentags, viele hunde, aufstehen, dann augen reiben, die frau schlaegt eier in eine schuessel, schleift zucker darueber, in dem moment die rueckkehr, er steht am rand, an den fingern striemen von dornenschlaegen, ein schwein ist verschwunden, in der form, die roten tropfen gleiten ab, stirn im schatten der hauswand versteckt. von draussen ein husten, verschwindet im verstand von ihr, sie liebt ihn, weil er weitergeht. [pn]
ich habe es eben in der erde vergessen, es ist tag, die sonne ist aufgegangen. der mond war hell und blau, der himmel ein undichter dunkelsack. umgestuelpt, der hellstmoegliche tag, der postnukleare sommer. wir baden und reiben uns mit jod ein, jeder fuer sich. keiner kommt uns zu nah, wir sind stolz auf unsere differenzen, essen gemeinsam, lassen uns nicht lumpen. blutvergiessen, welch ein grosses wort. wieso die ecke aus billigem beton ? wir sehen in zeitlupe einzelne haare schweben, ehemalige zaehne, der kopf wird zurueckgerissen, schweigt einen moment, bricht aus, nach links oben, der nacken wippt nach, wirbel knirschen, als sei dies ihr willensakt, in diesem fall betreten wir die bahn und sind eingefahren auf roten schalensitzen, hier endet das bisschen menschlichkeit. [pn]
der instinkt, der taeuscht, ein laecheln mit offenem gesicht, du faehrst, ich fahre, ich weiss um das nein und halte die luft an, wo sie erst warm wird, dann gift. presse sie in den fluegeln zusammen, die flugunfaehig machen. heute abend werde ich erst ernst sein, dann erst um die eine und dann um die andere in gedanken herumschleichen, bis mir schwindlig wird. [pn]
so wie die choreographie in einem pornofilm. absehbar und enttaeuschend, obwohl das wesentliche vielleicht vorhanden ist. es gibt einfache regeln zu befolgen. genauer betrachtet werden sie zunehmend sperriger. ernaehre dich gesund, bewege dich, entsage den lastern. nachts vor dem fernseher wirkt die welt tatsaechlich fern. flugschreiber sind nicht schwarz, sondern orange, werden im heck und in der mitte des flugzeugs installiert, da es dort statistisch am sichersten ist. die postmoderne frisst sich selbst, kaut an der vergangenheit, hat angst vor der zukunft. die buergerliche vorstellung der zukunft bedeutet rekombination von bestehendem und den unmittelbaren moeglichkeiten. wir stecken fest durch die angst einen schritt auszulassen. die dinge werden anders, veraendern sich aber nicht. preussische fassaden, als duenne membran auf gesichtslose architektur gespannt, dahinter unsicherheiten. diskussionen. zahnbleichtabellen und fettprozente schlagen wellen gegen diese gebaeude und spuelen uns kopf& modelle an die kueste. nicht waehlerisch greift die hand. der wunsch erst einmal zu besitzen ist stark. wir haben dinge gern. waehrend der zahnstocher die fleisch/tofu/gluecksreste entfernt , stuerzen flugzeuge senkrecht in die erde. wie kalt kann ein herz werden? der arzt stellt beim ruhe-ekg keine unregelmaessigkeiten fest. die serotonin_wiederaufnahme_hemmer kreisen blutveraendernd im schaedel. der pfefferminztee ist kalt, als waere das leben ein poesiealbum. welche sensoren stellen die unzufriedenheit fest?
in den testlabors der lebensmittelhersteller werden die probanden in sterile und aromasichere raeume gesetzt. wohl eine beschaeftigung ,die auf den ersten blick nicht furchterregend erscheint.man tauscht wohl ungern mit dem bergarbeiter. auf klebstofffreiem boden in der sichtschutzbox in fehlfarben bier oder joghurt schmecken, die arme mit lotion einreiben, voll von hoffnung ,das kein auschlag entsteht. mit routine punkte setzen oder tasten druecken. viskositaet und farbe. geruch und eindruck. geht das licht schon an? verlieren wir an hoehe? das bedauerliche ist, dass dieser test politisch ist, kuehn demokratisch. die vollstrecker diktieren den geschmack einer masse , die nimmt und eilig mischt. das wasser mit dem pulver kreuzt , als sei es eine messe. die priester selbst doch ohne glauben. in weissen kitteln jederzeit bereit in der werkhalle zu stehen. mit emblem am herz vor kreischender maschine. dolmetscher geben ihr befehle. das fernsehteam faengt arbeitsweisen ein, vermeintlich einen mosaikstein einzusetzen. es truegt. es ist zu laut in dieser halle, dass die person letztendlich schreien muss: das machen wir noch mal. die abstraktion nimmt zu in einer spirale, wenn hergestelltes noch mal erwaermt wird. immer wieder in den egosphaeren generiert. ein mikrowellenofen macht den menschen sorge, weil keine drohgebaerde sichtbar ist.
dramatisierung des alltags, die haende klatschen automatisch, weil wir noch eins sind. der wunsch nach stille ist noch da. propellerfluegler landen sanft, wozu noch ueber teufel schreiben? und diese leere ist kein alptraum, weil gerade dies ihre funktion ist. absolute leere flaeche, nicht weiss. nicht schwarz. chargierend grau. wir ueberleben diese waesserung. ist dies die taufe einer ganzen art? die fuesse stampfen auf beim gehen. strikte anweisungen.
in uns medien stecken turbinen,die dasselbe blut antreiben, das man vergiften moechte, wenn man das glas ansetzt. sich danach umschaut in einer lautstaerke und intensitaet, scheinbar unsere eigene wahl. drehmoment im gleitflug. es gibt unter der verallgemeinerung auch den verzicht , darueber aber die kruste der schlaefrigkeit. der verpasste tatendrang stillt nicht die begierde, lindert nicht. das ich zirkuliert, damit die situation noch schlimmer wird.
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im garten, der blueht und gedeiht, sitzt ein alter mann auf einem stuhl. betrachtet die baeume, die aeste, die knochig in den himmel wachsen. er schneidet loecher in den zaun, damit die kinder leichter zu den fruechten gelangen, die man tollkirschen nennt. [pn]
1. ein junge und ein maedchen steigen ueber eine huegelkuppe, um auf die stadt hinabzusehen. wir sehen sie beim abstieg. der junge bleibt stehen und nimmt ein wenig erde in die hand.
j: hier wuerde ich gerne einen feuer legen, den brand sieht man noch aus grosser entfernung. selbst dahinten.
er zeigt in eine richtung. das maedchen schlaegt sich den kragen hoch. sie sagt nichts.
2. die beiden sind in der stadt. sie gehen eine dunkle strasse entlang. kaufen in einem kiosk zwei bier. er fragt , ob er ihre flasche oeffnen soll. sie bejaht.
m: ich habe dir die flasche nur so gegeben. ich haette sie auch alleine geoeffnet.
j: gut. wie du meinst.
er nimmt einen schluck aus der flasche. eine gruppe geht vorbei. wir sehen die beiden kurz zoegern und dann folgen.
3. ein geburtstag in einer wohnung. das maedchen steht in der kueche. sie unterhaelt sich mit einigen gaesten.der junge kommt nach einigen minuten hinzu.
m: wo warst du ? ich dachte du waerst gegangen.
j: das dachte ich von dir. kennst du hier jemanden ?
gaeste zwaengen sich immer wieder an ihnen vorbei. tragen getraenke und teller vor sich. das stimmengewirr wird lauter.
J: vielleicht gehen wir ?
m: ja. ich hole meine jacke.
sie dreht sich zum fenster. sie sagt etwas, dass wir nicht hoeren. wir sehen, wie sie den jungen am arm zum fenster zieht. beide stehen davor und schauen heraus. auf den huegeln ist feuer.
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die frau wird geoeffnet, der reissverschluss ist neu eingenaeht, die schlaeuche, gelbe kanaele, durch diese wird der mensch zum menschen, frisst, uebertragung von fluessigkeiten, angehoerige warten draussen im kunstlicht, augenbinden der zuversicht, nichts als schritte. ich frage eine krankenschwester nach bunten tabletten, sie fordert einen beleg, ich schreibe etwas auf, schon bin ich arzt und diener der wissenschaft, die erbaermlicher schatten bleibt.
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