Texte - October 2008



vorspann

da wird etwas ins leere geworfen. in eine staubfreie umgegebung. sie haben das tageslicht erneut verpasst, denkt sie. das laufen in die nacht hinein bedeutet nichts. darf man nehmen, was man will? ich verstehe das nicht. nochmal. sie hoert die elektrostatische ladung im nebenzimmer. der ton des fernsehers ist abgeschaltet. sie bleibt auf der schwelle stehen. danke. die dunklen moebel sind mit plastikfolien abgedeckt. der deckenvenitaltor dreht sich gluecklicherweise. sie hat einen toten hier erwartet. stattdessen reibt sie in einem negativen gebet ihre handruecken aneinander. in ihren augen spiegelt sich der wunsch zu gehen. sie setzt sich in diesen schoenen raum. dies ist das land der kalten haende. sie faellt in sich zusammen. die moeglichkeiten verschieben ihr das puzzle. denken auf vorrat macht hier keinen sinn. sie steht jetzt und streckt sich. das schale leben fuellt sie wieder aus. eine gaensehaut geht ihr ueber den ruecken. ihr ichfeld um den koerper expandiert. sie greift nicht mehr ins leere, sie steht mit nackten fuessen auf der schwelle und handelt jetzt in wirklichkeit. [pn]

gestoerte wahrnehmung ist jetzt grundlage zur freiheit

hahaha. eines tages spaet in der zukunft. schneller, schneller chrom. an der roten ampel laufe ich den bullen in die arme. sie sind von der prozedur ebenso gelangweilt. meine plastikkarte wird durch das tragbare lesegeraet gezogen. drei uhr morgens. sie fragen nichts. wessen blick ist ausdrucksloser. ein wettbewerb laeuft, ohne fragezeichen. der ausweis wandert hin und her. der bulle sieht nicht, das er schon laengst abgelaufen ist. ich habe rueckenschmerzen, da ich dich am nachsten tag nach monaten wiedersehen werde. du wirst selbstgefaellig sein. das weiss ich in dem augenblick nicht, als ich den beiden frauen auf der strasse feuer gebe. alle wirken wie strohpuppen. ich frage mich, wieso wir uns versehentlich nicht selbst entzuenden. eine der frauen sagt, dass meine lederhandschuhe pycho wirken. sie will, dass wir im fernsehen steckenbleiben. wie auch immer. es wird geschehen. es ist schon schon geschehen. ich werde am naechsten tag an deine mattscheibe klopfen, aber nur rueckkopplungen meiner eigenen worte erhalten. genausogut haette ich zu mir selbst sprechen koennen, denke ich und gehe weiter. partikelsturm. oder erzwungene dramatik? zucke die haende im takt der musik. du liegst tausenzweihundert meter entfernt im bett und bist noch wach. auch wenn du schlaefst. wir haben einander ausprobiert. du denkst: ich brauch dich nicht. ich balle faeuste. faellt niemandem auf, dass zuviel polizei auf den strassen ist? du magst keine fragezeichen, aber nur weil du angst hast. angst vor der angst der anderen. doch auch moerder fuehren das leben von menschen. du wirst am naechsten tag im park einen bildartikel aus mir machen. etwas sehr durchdachtes. die essenz bis auf unkenntlichkeit herausfiltern. immer und immer wieder laeuft der gleiche song in meinen kopfhoerern. ich wollte heute nichts trinken. es war ein versehen. ich warte vergebens auf ein zeichen der versoehnung. hinter mir fallen die mauer erbost ein. schwachsinn. die nacht schlafe ich gut. traeume nichts, das beruhigt. schrecke panisch auf um auf die uhr zu schauen, in der angst dich zu verpassen. du gehst in letzter zeit sehr viel. das regt das denken an. ich mag das. du weisst nichts ueber mich.

zwischen den baeumen. viele spaziergaenger. herbst. jeder kann sich das vorstellen. die sonne scheint unpassend, als gaebe es nichts zu verlieren. spott faellt mit den blaettern. du traegst einen schoenen weissen schal. ich habe mich immer gefragt, ob der nicht kratzt. ich trinke einen kaffe aus einem pappbecher. die verkaeuferin laechelte mir zu. schoen. du kommst mit traenen in den augen an. bewegung ist besser als stillstand, denkt der idiot. irgendwo bellen hunde und schrecken voegel auf. wir hoeren und sehen es nicht. du rauchst. ausnahmsweise. natuerlich. ich hoere mich etwas sagen. wir sind aus unterschiedlichen gruenden aufgeregt. ein knopf an deinem mantel ist beinah abgerissen. du hast kleine rote flecke im gesicht. wir reden viel. doch eigentlich kaum. ich merke nicht, das ich in deine falle laufe. auf der bank schliesse ich spaeter die augen. die sonne waermt. ich sehe die augenwischerei deshalb nicht. stattdessen lasse ich deine anwesenheit in mich hineinsinken. rehe laufen ueber die wiese. du greifst mit einer hand in das gehege der tiere. ich sage etwas komisches, versuche den stress abzustreifen. du lachst aber nicht wirklich, das faellt mir tage spaeter auf. familien um uns herum, wie zum hohn. in deinen augen sehe ich einen blick, den ich eigentlich verstehe, aber uebergehen muss damit ich ganz bleibe. manchmal musste ich vor aufregung stottern, erinnerst du dich? vielleicht habe ich mir das auch nur ausgedacht. du bist wie eine sanduhr. es ist alles viel einfacher und leichter zwischen uns. das faellt dir nicht auf. man verhaelt sich oft aus dem kern heraus. begreift sich erst, wenn szenen schon abgespielt und worte gesagt sind. eine willkuer liegt darin. sie hat nichts mit der welt zu tun, da man selbst die welt ist. das selbstverstaendnis ist der motor, deckungsgleich mit sich selbst. im prinzip richtig. wir menschen haben uns viel ausgedacht. irritierend,dass es zuviel von allem gibt. abseits der analyse: fuck you. [pn]