Texte - May 2006
schuhe in der mitte des raumes machen sich nicht gut.besser sind sie unter dem stuhl oder tisch. am besten in einer zimmerecke. am ende des bettes, wo nachts etwas glasklar und hoehnisch lacht. selbst wenn er weiss, dass dort nichts warten kann, schaut der erwachte nicht dorthin. er lacht dann innerlich seine angst nieder, spuert die waende um sich, die decke als einen fremdkoerper. wie koennen dinge denselben namen tragen ? ueberzug ueber dem koerper und dach ueber dem geist. in dem karton hat er sich eingerichtet, die lieblingsfarben aufgemalt. die kahlen orte in scham bedeckt, wie ein alternder mann seine glatze. beide ausfuehrenden wissen, dass ihre handlungen schimaeren sind. beim erwachen schauen sie sich schreckhaft um und wollen lautlos atmen, weil lungenpfeifen den kranken gehoeren soll. der glatzkopf haut spucke auf die hand und schmiert die duennen haare mit dem plastikkamm herueber, der gehorsame haengt die bilder seiner welt an wand und fenster. laesst auf den plattentellern die lieblingsstuecke laufen, in den bildschirmen sind seine laufbilder eingelassen. wann bin ich innerlich gestorben, denkt der glatzkopf und merkt, dass der schlafende mit der angst vor monstern in den tuerrahmen nur ein traum war. er steht in einer kleinen kammer, die gruene fliesen an den seiten haengen hat. er nennt das sein bad. der spiegel schallt ihm gelb sein gesicht zurueck, solange er an den backen zieht hat er das gefuehl sich zu erkennen. ein altes bild will er von sich sehen, auch wenn er nicht mehr altern will.jung will er sein. das rueckenfett laesst ihn alt wirken. dieses jahr will er laufen, wenn die schicht es zulaesst. der chef hat ihm mal aufs maul geschlagen, die frau des chefs hat er hinter der hecke , als kind angefasst. oder war das anders, hat er letzte woche auf dem spielplatz gewartet, die taschen voller bunter bonbons, jedes einzeln eingepackt? der glatzkopf hat eine schwaeche, er faellt immer in seine phantasie zurueck, ohne hektische geste oder knisterndes geraeusch. der glatzkopf will kein widerspruch mehr sein, er sieht keine bonbons mehr.er merkt, das der boden kalt und nass ist und legt ein gelbes handtuch aus. das wasser faerbt die feuchten stellen dunkel, ein frommer katholik saehe die jungfrau erscheinen. der glatzkopf nicht, er steht ihr mit nackten fuessen im gesicht. [pn]
lachfalten um ein schlankes bajonett. am finger ein pflaster. frauen in rockwellen, die sich anbieten. nur einem unbekannten , der sie verstoeren kann. ansonsten sind sie lebendig, schlagen die beine aus, weil sie gehen. jeder trittschallgedaempfte schritt fuehrt zu einer begegnung. jedes umschlagen des getragenen schals, mit einer handbewegung, die troesten soll, bleibt reine geste. es wird nicht kaelter in dem raum, nur stickiger. die personen atmen ihren rausch nach dramen, kuehlfluessigkeit fuer unumgaengliches verhalten. die sorgen in balance. greifbare schwaechen, die zu tugenden verwaessert werden. das annaehern ist gewaltakt.haltungen bleiben, obwohl die menschen gegangen sind. an den wasserflaschen erkennt man die gier nach leben, ohne das wissen um den grund. wir erteilen uns mit nickbewegungen verstaendnis und entlassen aus den augen den glanz der morgenroete. [pn]
im zweifelsfall in den irrgarten gehen, welch eine direkte beschreibung. ich streife nur so durch die stadt, in der hoffnung dich zu finden. es ist erschreckend heiss, dies ist etwas , was ich fuehlen kann. dessen bin ich sicher. ich habe weisse waende geliebt, jetzt habe ich sie satt, weil ich darauf meine muecken tanzen lassen kann. wieso ich dies erwaehne, weil sie nicht gehen wollen,sie zwingen mich zum augenschliessen, zur krummen handlung, zur einfachen tat. die kranken augen wechseln nur die kranken ohren ab, sie haben sich geschworen mir etwas zu zeigen, einen oder zwei punkte auf die welt zu zeichnen, damit ich erinnert werde, an meine lebensweise. affektorientierung, als sei eine oper abgebrannt, haette ihre ueberreste stehenlassen, eine kultur , die sich von maschinen ficken laesst. neben mir streifen sich die maedchen die haare aus den gesichtern, alle hoehnen sie mich an, beweisen mir, dass sie ueber mich herrschen, weil sie bedrohlich weit weg sind, nach beruehrungen gieren. in meinem kopf senkt sich nicht nur der glaube, sondern die hoffnung. suendenpfuhl, in konzentrischen kreisen gehe ich, scheinbar auf einen kern zu, doch im augenblick scheint der weg in die entgegengesetzte richtung zu weisen. ich habe dieses konjunktiv satt, die wandernden augen. die schluckbewegungen des kehlkopfes , die suche nach dir in einem fremdgewordenen stattdir. wenn ich meinen namen sage, fallen die zeiten ueber mich her, jemand hoert mich an, ich bin kurz froh, dass die augen klar sind. ich werde den weissen winter hassen, die kaelte wird mir die glaskoerper der augen haerten, in einer merkwuerdigen toleranz. ich sitze still und schaue mich um, rieche den zwanghaften zug, die spaltung in meinem charakter, weil die wuensche gestorben sind. soweit darf man nicht gehen, denn es kann nur in zerstoerung fuehren, wie jede sekunde entsteht, sinnlos schwingend. der suchtgedanke, das potential zur freiheit, die idee sich eine eigenschaft zum feind zu machen, phobie oder stoerung nur ein mittel der gestaltung. in einer welt wo die normalitaet der absurditaet gleicht. nur kein hungergefuehl, sich in den spiegel hineinstellen und den speichel bitter finden, den bauch eingezogen, die haare im gesicht, fehlverhalten in der stuetze, nach vorne gebaut das rueckgrat, weil die blicke gesenkt sind auf den asphalt. so geht man den kirchengaengern hinterher, die pfluege ziehen. es ist schwierig, alles baustelle. gleichzeitig halt. die konzentration schwindet, bewegliche kameras studieren uns, folgen als mechanische puppen. kleist wunderte sich, es fehlte ihm der abstand zu sich selbst. deshalb folgte ihm eine frau und zeigte ihm, was liebe genannt wird. in das chaos hinein, dort wo er die glieder an stricken tanzen sah. das wissen um ein gewissen, im griff der moral gefangen wird die tat zu einer geste, die unverstanden bleibt. es werden ebenen montiert und gefunden. abstraktionswuensche in einer blockierten welt. es stinkt nach petroleum in den strassen. ich sehne mich nach den gaslaternen zurueck, globalisierungkrieg in der sicheren zukunft. die staedte im neonlicht nachts erstahlen lassen und im schmutzigen morgenlicht vermischt das elend zeigen. dies ist unser plastik, das trage ich im mund. nur in der liebe sind die mittel frei, im krieg schon lange nicht mehr. in den haenden der passanten um mich herum strassenkarten, die an die orte fuehren, die lebendig eingemauert sind. in einer starre fuer immer tourist sein. man moechte das wort bild und inhalt nicht mehr in den mund nehmen. die gasse fuehrt in die interpretation, aus der es zu viele auswege gibt. die intelligenzia stirbt heute nicht mehr aufgrund der falschen politischen coleur, sie wird nicht entfernt durch unfreiheit, sondern durch zu starken antrieb, eine geschwindigkeit, die sie zerreibt und untaetig macht, wie einen verwundeten, der im bett gefangen ist, dem die sinne schwinden. es kostet viel das weghoeren und zustechen, zu bett gehen mit der richtigen erfahrung, ich befinde mich in der metabolischen windstille, die tabletten treiben mich voran, wie ein illegaler motor in einer bucht, wo nur segel im meer stecken. klavierstimmer gehen an mir vorbei, ich lege ihnen die berufe ueber das gesicht, diese papiere, nur pergament, sie reissen ein und zeigen die pest, weil ich diese sehen will. [pn]
blaesse. alle sind an diesem abend an eine saeule gelehnt, verschwenden sich, waehrend eine rolltreppe nebenan geraeusche von sich gibt, als sei sie etwas besonderes. auch die maschinen haben einen trockenen stolz. wo figuren in maenteln noch grosse gesten machen, sind andere in einer wegbeschreibung verfangen. auf der rolltreppe dehnen sich ihre gelenke. ich schaue mich um, die ubahnstation ist ein schlachthaus mit gruenen kacheln. wir haben eines gemeinsam in dieser nacht, wir wollen nach hause. die buecherschlauen und die mit den ellenbogen. der alkohol oder das leben macht muede. sind wir die bewohner dieser stadt, auch abseits der gleise auf festen schienen montiert ? beim sprechen nur manchmal im geist einen satz wiederholen, einen gedanken vorbereiten. stattdessen bestimmungen suchen, nase ruempfen, scheinbar wissen, was man macht. die angst aus gedanken von anderen zu bestehen, rekombinationswut erlauben, zwischen lust und unlust pendeln. hast du das in der zeitung gelesen ? hoer auf damit.
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die depression schluckt ihre kinder. ich, als archetyp, wir schlendern so herum, alles glueht, produkt in meinem kopf. die anderen kichern, frueher noch kokosoel in der nase von ihren haaren, die asymmetrisch in ihre gesichter fallen. straehnenbombardement. ich, erfolglos auf tranquillizern, gefangen auf einem boot. klandestine versuche sinn herzustellen, nach etwas zu lechzen, sorglosigkeit ist beachtenswert, deshalb scheue ich die arroganz mehr und mehr. verklebt im inneren, die deutungsversuche bleiben die eines irren, selbstmedikation. so krank dass selbst der rhythmus der tabletten reinigt und erhaben wirkt. als mensch schon in eine apathie getaucht, die man selbst erschafft. windlichter werden abgerissen, kuerzere tage. sonnenstuerme. kohlendioxid an den fenstern, kinder malen fratzen hinein. wenn gesprochen wird, dann nur im passiv, die stimme seltsam entfernt und hohl. der zustand schwingt offensichtlich mit heraus. klappstuhlsymptomatik, als waere das fass schon uebergelaufen. keine parks bedeutet keine spaziergaenge, keine strassen, heilung durch fortschreiten, dazulernen. die haende schoen schwach, werkzeuge der muedigkeit. der weg, der fuehren laest. die handlung wird zum klischee, der untergang dann eine feier. kampfeslust und zornesroete. kopfstand, damit das blut in den schaedel laufen soll. plastikbezuege, sogar die worte trichteroeffnungen, aus demselben verstand entsprudelt der kern der krankheit. wozu der wunsch nach auferstehung, wenn die heilung selbst praemisse wird und ohne anstrengung gefordert ? dies bedarf einer kontrolle des gesichtsfeldes und fuehrt hinaus in kantenverzerrte wirklichkeit. [pn]
eine schmiere liegt auf ihnen , auf der szenerie. eben noch sind glassplitter von ihren beinen abgefallen. jetzt halten sie den kopf so senkrecht, wie es nur geht. hoffnung trotz schlechter musik. schneidige gesichter, die turbine lauft. eigentlich stehe ich an der theke , fuehre keine gespraeche. halte mich nur unterschiedlich lange an orten auf. das bier ist billig, traegt keine nutzen.
in einer anderer kneipe sehe ich dich , wie du laeufst und gehen willst , dass ich gekommen bin schadet uns beiden. ich warte ab, bis die anspannung so gross geworden ist, dass ich ungluecklicherweise zu dir gehe und dich begruessen will. du drehst deine augen zweimal herum, dann deinen koerper, du sagst , dass du keine lust darauf haettest. es kraenkt mich, faltet, rueckwaerts falle ich zurueck. sehe dich , mit umgebundenem schal die rampe heruntersteigen, durch die roten scheiben. [pn]