dilemma 2
Sunday April 30th 2006, 23:51
abgelegt in: [fragmente]


dilemma.jpg

der herrscher wollte gerade beginnen zu sprechen,
als ploetzlich am anfang des prozessionsweges
die goldene kutsche erschien, die ihn in den himmel fahren sollte.

[pn]




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mimikry
Sunday April 30th 2006, 22:22
abgelegt in: [junkieausrede]


0,1020,615685,00.jpg

nun,
jetzt bist du imago. die puppenruhe ist vorbei.
dabei weisst du, dass ich insekten hasse.

na und? sagst du und bist in den augen noch grausamer.
selbst schuld, oder oder ?
wenn zwei parteien sich nicht einigen koennen,
sollen sie auf einen dritten zeigen.

deine hysterie ist waffe geworden. du musst dich beim lachen setzen,
traenen der erleichterung laufen dir ueber das gesicht.

in jeder deiner bewegungen sehe ich mathematische zuege,
auseinanderdriftende polaritaet insensiviert sich nur.

zu fest, kurz halte ich deinen arm, lasse ihn los.
du laeufst ueber die strasse. bremsgeraeusch,
der fahrer des volkswagens steigt aus, redet auf mich ein.
ich fahre ihm ueber den mund, sage im affekt, dass er die schnauze halten soll.
theatralische moderne welt,
bevor du fragen kannst, ob ich uns fuer einzigartig halte,
fallen wir schon wieder, ich sage nein.
um uns herum steigen tausende absichten in den himmel auf.

[pn]




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welle noch einmal
Friday April 28th 2006, 13:09
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Navon Stephanie ocean.jpg

sand ist mikroskopisches gestein, danach schlick unter fuessen. der mann geht weiter ins blau. das wasser kuemmert sich um den koerper, der auftrieb gerinnt. ab einer bestimmten tiefe beginnt das standardprogramm, der hals moechte ueber wassser bleiben. nicht muehsam zum lernen gezwungen, wie paare, die hochzeitstaenze einstudieren. der mann sieht das land laecheln, auf der kruemmung winken frau und kind. sie traegt einen weissen badeanzug, dazwischen tuerkise streifen. ihr steht alles.
das kind hatte einen alptraum in der letzten nacht. drehte sich im beigestelltem bett, sah kobolde im hotelzimmer still hocken, bereit zum seelendiebstahl. mit stumpfem kiefer am bettpfosten. kuenstliches laecheln spuert man auch in der dunkelheit. geraeusche von draussen, eine angelehnte balkontuer. die touristenmeile pochte. zwang zum auskosten der zeit. er versuchte nicht zu schlafen, wollte seine frau betrachten, hielt kurz ihre hand, musste sie loslassen. folgte ihrem koerperrollen.
im wasser. er fuellt die lunge mit luft und treibt jetzt auf der oberflaeche. die vorstellung keinen boden unter den fuessen zu haben nervt. salz im mund, die wolken erscheinen wie beleidigungen. das wasser aus den ohren kann er nicht mehr abschuetteln,
unter lachenden augen etwas selbstverstaendliches tun. seine frau sagte: weisst du, dass komisches und beaengstigendes
oft denselben ursprung hat? beides funktioniert nur unerwartet, nein, da taeusche ich mich jetzt, man kann doch ahnen.
da gibt es keine grosse moral, wuerde er ihr jetzt sagen und laesst sich auf das meer ziehen.

[pn]




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